Blog
11.2.26 Lutherbibel
Hinter meinem Rücken befinden sich in einem Regal eine Reihe von Bibeln in unterschiedlichen Ausgaben und Übersetzungen. Für einen Theologen wie mich unvermeidlich. Dennoch habe ich bei Amazon noch eine weitere geordert. Für 49,00 Euro habe ich “Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers, Textfassung 1912” bekommen.
Was den Unterschied zu allen anderen Fassungen und Übersetzungen ausmacht, erfahren Sie spätestens, wenn Sie am Heiligen Abend in die Kirche gehen. Da liest jeder Pfarrer die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium in der vertrauten Fassung Luthers aus dem Jahre 1912:. Die beginnt “Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser ausging, dass alle Welt geschätzt würde, und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit…” Es gäbe gewiß einen gemeindlichen Shitstorm, würde er eine andere Textfassung zitieren.
Schon der stabile Deckel macht meine neue Bibel-Ausgabe sympathisch. Die beigefügten farbigen Palästina-Karten verstärken den Eindruck. Gedruckt ist der eigentliche Bibeltext auf sehr dünnen, aber reißfestem Papier. Der Band übersteigt also nicht die Stärke eines normalen Buches. Die besonderen Verse sind wieder fett gedruckt. Wobei Ich mich noch an eine hochgepriesene, doch abartige Reform erinnere: “Luther fett fällt weg”.
Und jetzt der Clou: Luther 1912 hat das Zeug zur Familien-Bibel. Auf die dünnen Seiten folgen sehr stabile Blätter im Halb-Karton. Auf denen kann man problemlos schreiben. Sie beginnen mit “Chronik der Familie”. Es folgen Blätter für Hauseltern, auf der nächsten die Voreltern. Dach sind vier Seiten für die Kinder vorgesehen. Es folgen zwei für Patenkinder, drei für Sterbefälle und am Ende noch einmal genauso viele, auf denen sich wichtige Familienereignisse festhalten lassen.
Auch wenn Sie schon Großeltern sind, läßt sich alles nachtragen. Das dauert ein bisschen, aber dann können Sie eine komplette Familienchronik an die nächste Generation weitergeben.