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Basic-Glauben

Der Basic-Glaube besteht aus einem einzigen Punkt: Einmal täglich das Vater Unser sprechen. Warum, erfahren Sie in diesem Blog unter “Vater Unser”.

In komprimieter Form entfalten die sieben Bitten des Gebets der Christenheit die ganze Welt des Glaubens.

Die Siebenzahl ist alles andere als ein Zufall. Es ist Zahl der Vollkommenheit. Wer das Gebet des Herrn spricht, befindet sich bereits auf dem Weg dorthin. An sieben Tagen hat Gott die Welt erschaffen, dann der siebenarmige Leuchter. nicht zu vergessen die Welt der Märchen mit Sieben auf einen Streich usw. Schließlich die Popwelt: Über sieben Brücken sollst Du gehen. Schlußendlich muß der fromme Moslem bei der Hadsch sieben Steine auf den Teufel werfen.

Die Mitte der sieben Bitten bildet die Brotbitte. Welches Brot ist gemeint? Im Griechischen steht ein Adjektiv, das nur im Vaterunser vorkommt: epi-úsios. Man kann das entweder vom Wesen (usía) ableiten und übersetzen: Wesentliches, übernatürliches, göttliches Brot oder schlicht Brot für auf den kommenden Tag, d.h. die nötige Überlebensration.

Für mich beschreibt am schönsten Martin Luthers Erklärung aus dem kleinen Katechismus, was hier gemeint ist:

“Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört, wie
Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut,
fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.”

Auch da mag manches in den Formulierungen überholt sein. Doch, daß gerade “getreue Nachbarn” zum täglichen Brot gehören, zeigt die Lebenserfahrung, wenn sie schmerzlich fehlen.
© Martin Krolzig