Blog

14.12.25 Kampf im Advent

Der Adventskranz auf dem Esszimmertisch. Geschmückt, nicht mit roten Kerzen, wie ich es seit Kindertagen kenne. Stattdessen mit gelben aus selbst gegossenem Bienenwachs. Seitdem ich Bienen habe, mache ich das so. Die Farbe gefällt mir inzwischen auch. Hinzu kommt, dass ich seit einigen Jahren weiß, dass Stearin ein Erdölprodukt ist. Was man auch riechen kann. Immer mal wieder höre ich, dass Leute über Kopfschmerzen klagen. Und das alles wegen der paar gesparten Euros.

Heute Morgen habe ich das neue Licht angezündet und dabei gesummt “Sehet die 3. Kerze brennt”. Die verbreitet nicht nur eine adventliche Stimmung, sondern auch einen angenehmen Duft im Zimmer.

Auf einem Stuhl ein Adventskalender im Format A3. Der Betrachter sieht zwei Kinder in Strumpfhosen. Auf den Köpfen rote Zipfelmützen. An jedem Tag lässt sich ein Türchen öffnen. Zum Vorschein kommt dann ein weiteres Bild von einem der beiden Kleinen. Man darf vermuten, dass das bis zum Heiligen Abend so bleiben wird. Und dann? In vergangenen Jahren gab es den Kalender in vergleichbarer Ausstattung. Da las man noch “Merry Christmas”. In diesem Jahr auch kein anderer Wunsch.

„Was bleibet aber, stiften die Dichter“ schrieb einst Friedrich Hölderlin. “Andenken” so der Titel seiner 1803 entstandenen Hymne. Es ist das letzte noch von ihm selbst zum Druck gegebene Gedicht. „Was bleibet aber, stiften die Dichter“. Für mich ist das kein Adventschoral, sondern “Der Mond ist aufgegangen” von Mathias Claudius. In dessen 5. Strophe heißt es “Wir stolzen Menschenkinder/sind eitel arme Sünder”, dann “.. und kommen weiter von dem Ziel”. Ich kenne nach vier Adventssonntagen kein anderes als Weihnachten. Dessen Botschaft beginnt, egal ob gelesen oder gesungen, mit “Es begab sich aber zu der Zeit…”

Spaßvögel allerdings wissen: “Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt”.

© Martin Krolzig