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21.12.24 Magdeburg!
Am Morgen des 21. Dezember, also einen Tag nach dem Magdeburger Terror-Anschlag, las sich in Spiegel-Online: »Die Verfolgung zu Fuß«, so ein kommunaler Polizist, »werde er so schnell nicht vergessen, obwohl er Gewalt kenne und erst vor wenigen Tagen eine Schulung zu Amoklagen absolviert habe. Aber auf so was bereitet dich niemand vor«,
Warum eigentlich nicht? Warum hat sich niemand von den in und für Magdeburg Verantwortlichen auf eine solche Lage vorbereitet? Das hätte man durchaus gekonnt. Man darf, ja muss sich nur an den Anschlag auf den Breitscheidplatz in Berlin unterhalb der Gedächtniskirche vom 19. Dezember 2016 erinnern. Damals konnte der Täter ungehindert in den Weihnachtsmarkt mit einem Lkw hineinfahren.
Anschließend wurden überall im Lande große Betonbrocken vor die Eingänge der Weihnachtsmärkte gefahren oder Poller aufgestellt. In der Folge kam es zu keinem weiteren Anschlag. Doch die Lehre war bald vergessen. Man wollte sich halt die Stimmung nicht verderben lassen. »Fühlst Du das Fest?« hatte Aldi überall großflächig plakatieren lassen. Damit brachte der Discounter die Gefühlslage im Lande auf den Punkt.
Die Folge: Der Täter von Magdeburg konnte ungehindert hunderte von Metern in den Weihnachtsmarkt hineinrasen. Fotos zeigen die Schneise der Verwüstung. Anstatt Betroffenheitslyrik zu verbreiten oder über Versäumnisse der Migrationspolitik zu schwadronieren, sollte sich jeder, bevor er den Mund aufmacht, die eine Frage stellen: Warum gab es vor dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg keine Beton-Absperrungen?
Und die Städte, die bislang verschont blieben, sollten schleunigst das Notwendige in die Wege leiten.
© Martin Krolzig