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21.9.23 Letzter Halt

Im Einzugsbereich von Köln existierte in Bierenbachtal eine Erholungsstätte für Familien. Zur der gehörte auch eine Kapelle.
Mitte der 60iger überlegte Pfarrer K., Vorsitzende es Gesamtverbandes der Düsseldorfer Kirchengemeinden einmal laut, daß es doch sinnvoll wäre, wenn ein pensionierter Pfarrer hier Dienst tun würde. Ich, neben K. Inhaber einer Pfarrstelle in Düsseldorf-Unterrath, empfahl meinen Vater, der allerdings noch in der DDR lebe, aber bestimmt gerne kommen würde.
K. biß an. Als Herr über die Finanzen der Düsseldorfer Kirchengemeinden plante er umgehend einen Neubau. Bestehend aus einem Haus für den pensionierten Pfarrer plus angehängtem Wohntrakt für Familien. Ohne Ausschreibungen oder vergleichbare Stolpersteine. Baubeginn umgehend.
Während dessen plante der Vater seine Übersiedelung aus er DDR.

Bei Ankunft der neuen Bundesbürger stand von dem Haus in Bierenbachtal erst der Rohbau. Also mußte eine Zwischenlösung her; die tat sich in Düsseldorf in einem Haus des Gesamtverbandes (Hintergrund) auf. Bald konnte der Vater dort ersten Besuch fotographieren: Links Deta Schlund, geschiedene Ehefrau des ehemaligen Kantors in Niemegk, rechts Bruder Werner mit Tante Lotti.

Der Rohbau im Jahre 1968

Das fertige Haus. Auf der Rückseite schrieb der Vater: “2.7.69”

Auf die Rückseite hielt der Vater fest: “Balkon. 1. Etage vor meinem Arbeitszimmer 2.7.69.”

Der Vater mit Schlips, Kragen und Zigarre in seinem Arbeitszimmer.
Ach ein Schwimmbad existierte (s.u.), das er aber nicht nutzte. Anders als seine Ehefrau und die angereisten Enkelkinder.
Damals gab auch noch richtige Winter ( s.u.).

Das Bild vom Glück eines gelungenen Lebens. Beide blieben sich nicht nur in Treue verbunden, sondern sie hielten allen Famimiliengliedern über die Jahrzehnte die Treue. Genauso wie vielen Freunden. Treue, das sei noch angefügt, ist kein Flachwurzler. Man denke vielmehr an Kiefern, deren Pfahlwurzeln wie im FLäming in wasserreiche Tiefen reichen- Beim Einmontieren der Bilder hörte ich den Schlußchoral “Vor deinen Thron tret ich hiermit” aus Bachs Kunst der Fuge. Gespielt vom Julliard-Quartett. Mir war, als ob sich der Himmel über mir öffnet. Die Engel sah ich nicht, aber meine Eltern. Mehr Trost geht nicht.
© Martin Krolzig