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29.1.24 Judenbeauftragter

Alle haben einen Antiseminismusbeauftragten. Von der Polizei über die höchsten Gerichte bis hin zur EKD. Sogar die AfD möchte nicht fehlen und macht in dem großen Reigen mit..

Laufend werden wir auf allen Kanälen über die Zunahme antisemischer Straftaten informiert. Doch wir würden gerne laberfrei wwissen, was denn Antisemitismus eigentlich ist. Da beginnt das große Stottern.

Höchste Zeit, sich in den Sackgassen zu wenden und für eine Umbenennung des sperrigen Wortes zu sorgen (alternativ ließe sich auch das ganze Beauftragten-Unwesen in Frage stellen, von dem immer mal wieder Beobachter der Szene sprechen). Doch dafür fehlt uns mit 83 der lange Atem noch zählen wir ein solches Projekt zu unseren Aufgaben.

Wir plädieren für Judenbeauftragte. Gerne auch gegendert. All die Institutionen wären unter dieser Überschrift zu fragen, was sie denn für Juden tun. Nicht irgendwo in der weiten Welt, sondern in dem Bereich, in dem sie Verantwortung tragen.

Auch nicht ganz allgemein für jüdisches Leben zwischen Oder und Rhein, Garmischpartenkirchen und Eckernförde. Sondern konkret für Juden. Für jüdische Männer, Frauen, Kinder und Transmenschen. Für leute, die weinen, sich verkriechen und Angst haben.

Die Umbenennung ist zwingend. Denn der Schutz von Juden ist zentraler Bestandteil der deutschen Staatsräson. Warum, muss man nicht lange begründen. Das ist so. Basta.

Die Außenministerin bekäme den Auftrag, überall in der Welt zu verbreiten, verfolgte Juden sind in Deutschland besonders willkommen. Eine Anerkennung als Flüchtling klappt in deutschen Amtsstuben in dem Fall besonders schnell. Kein verfolgter Jude musste sich in der Warteschlange einer Asylbehörde hinten anstellen.

Wir vermuten: Deutschlands Gesicht wird nicht mehr verkniffen, sondern zuversichtlicher, freundlicher und entspannter wahrgenommen, haben erst Judenbeauftragte haben mit der Arbeit begonnen.

Bis die installiert, vorher in den Gremien alle Argumente hin und her gewälzt und alle Bedenkenträger ihre Einwände vorgetragen haben, vergeht natürlich Zeit. Bis dahin können Sie ja schon mal einen Aufkleber „Juden willkommen“ basteln und ankleben. Kratzt die jemand ab, müsste die Polizei eine antisemitische Straftat registrieren und sanktionieren, oder?

Ob u. a. der Thüringer Kamerad Höcke an seinem Erfurter AFD-Büro einen Aufkleber „Juden willkommen“ anbringt, wird sich zeigen. Schön wär’s Wir sind gespannt.

© Martin Krolzig